Maderada de Cofrentes, eine Tradition, die mit der Eisenbahn endete

Publishing date 28/04/2014

Cofrentes belebt seit sieben Jahren die Maifeste und eine sehr alte Tradition wieder: La Maderada (Flößerei). Dies ist eine Fahrt von Baumstämmen und Flößen auf dem Cabriel-Fluss, eine Imitation der traditionellen Flößerei, die vor mehr als zwei Jahrhunderten durchgeführt wurde, um Holz flussabwärts zu transportieren.
Maderada de Cofrentes, eine Tradition, die mit der Eisenbahn endete

Die siebte Auflage der La Maderada von Cofrentes wird am 3. Mai am Ufer des Cabriel durchgeführt. Um 9 Uhr morgens versammeln sich Dutzende von Einwohnern an der Plaza de España , um in einer Pilgerwanderung bis zum Erholungsgebiet Área Recreativa Cabriel zu gehen, wo zu Mittag gegessen wird und danach in Kleidung der früheren Flößer Stämme und Flöße ins Wasser gelassen werden, um diese auf einer symbolischen, 500 Metern langen Fahrt den Fluss hinabzubefördern.

 

La Maderadaerweckt eine Tradition Cofrentes´ aus dem 18. und 19. Jahrhundert erneut zum Leben, als diese Transportmethode auf dem Fluss eine überaus wichtige Rolle spielte. Jedes Jahr im Herbst wurde mit den einsetzenden Regenfällen und daraus resultierendem Hochwasser der Transport von Baumstämmen aus dem Sägewerk von Cuenca organisiert, um diese bis Alzira und Cullera zu transportieren. Dies war natürlich im Zeitalter vor der Eisenbahn und dem Transport auf Straßen. Ein Großteil des verarbeiteten Holzes wurde in ganz Spanien auf diese Weise über die bedeutendsten Flüsse transportiert. Der Júcar und der Cabriel, die in Cofrentes zusammenfließen, waren zwei wichtige Transportwege, um die bedeutende Holzindustrie in Valencia zu versorgen.

 

Der Flößer oder Ganchero war verantwortlich dafür, die Stämme auf dem mehrere Monate dauerndem Transport zu steuern. Vom Ufer aus, auf einem Floß stehend oder auf den Stämmen balancierend, steuerten sie den Transport, eine Tätigkeit, die sehr viel Geschicklichkeit voraussetzte. Viele Einwohner von Cofrentes erlangten in diesem Beruf einen guten Ruf. Der Name Ganchero bekamen sie daher, weil ihr Arbeitswerkzeug ein langer Holzstock war, der in einem Metallhaken (gancho=Haken) endete, mit denen sie die Flöße bewegten.

 

Ganchero zu sein war mehr als ein Beruf: Es war eine Tradition, die von Vätern an die Söhne weitergegeben wurde. Die Reisen mit den Baumstämmen dauerten Monate, sie waren so lang, dass mit den Ganchero-Brigaden immer ein Mudaero reiste, der dafür verantwortlich war, die schmutzige Wäsche der Gancheros einzusammeln und mit Geschenken und von ihnen auf dem Weg hergestelltem Kunsthandwerkan die Familienangehörigen zu senden. Der Muadero kehrte danach mit Mitteilungen an die Madereros (Arbeiter auf dem Holztransport), wichtigen Neuigkeiten und natürlich sauberer Wäsche zur Gruppe zurück.

 

Der Holztransport auf den Flüssen wurde im 18. und 19. Jahrhundert besonders intensiv betrieben. Dadurch wurde dieses Aktivität zu einer bedeutenden Einnahmequelle für die Bewohner von Cofrentes, da jede Reise mehrere Monate dauerte. Das Jahr 1855 war der Anfang vom Ende für den Holztransport von Cofrentes aus. Die Errichtung der Bahnlinie von Valencia nach Utiel sorgte dafür, dass in Contreras ein Bootsanleger für das Holz errichtet und von dort aus das Holz mit Wagen nach Utiel transportiert sowie von dort aus mit der Eisenbahn weiterbefördert wurde.

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